Die Wiener Linien GmbH & Co KG kommt nicht zur Ruh'. Nachdem deutsche Datenschutzskandale auch durch unsere Medien gingen, zuletzt von einer Drogeriekette, welche Fragebögen nach Krankenständen ausfüllen ließ, sorgt nun der Kommunalbetrieb wieder für Aufregung.
Die Wiener Zeitung berichtete, dass Details aus Krankenakten in der Personalabteilung (P21) landeten. Ein Beamter der U-Bahn-Aufsicht erhielt seinen Krankenakt von der Personalabteilung und nicht von der Betriebskrankenkasse oder den angestellten Ärzten. Der Anwalt des Betroffenen vermutet, dass die Direktionsärztin die Daten an die Personalabteilung übermittelt hat. Weiters gab die Personalabteilung zu, dass sie zur Krankenstandsüberwachung Detektive einsetzen würde und offenbar auch eigene Mitarbeiter für diese betriebsfremden Aufgaben heranzieht.
In ersten politischen Reaktionen sehen ÖVP und FPÖ „Stasi-“ beziehungsweise „DDR-Methoden“ und fordern Aufklärung von der zuständigen Stadträtin. Die grüne Gemeinderätin Ingrid Puller, selbst Straßenbahnfahrerin, erinnert daran, dass sich die Wiener Linien auch bei der Videoüberwachung nicht gesetzeskonform verhalten. Die SPÖ befand sich in dieser Sache zunächst auf Tauchstation, gab dann jedoch heute Nachmittag eine Presseerklärung heraus. Die SPÖ sieht keine Verfehlungen und auch die Einhaltung des Datenschutzes als gegeben an. Auch der Chef der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Christian Meidlinger, war zu keiner Stellungnahme bereit. Für Betriebsrat Roman Böhm-Raffay vom Linksblock ist dies nur die Spitze eines Eisberges.
Die Datenschutzkommission hat diesbezüglich bereits ein Verfahren eingeleitet.